Informationen zur

Sprach­entwicklung bei Kindern

Ist die Entwicklung meines Kindes altersgerecht?
Wie verläuft die Sprachentwicklung?
Wie kann ich die Sprachentwicklung meines Kindes unterstützen?
Was muss ein Kind in welchem Alter können?

Auf diese und ähnliche Fragen möchten wir im Folgenden eingehen. Wir haben Ihnen daher Informationen zusammengestellt, was Kinder in einem bestimmten Alter beherrschen sollten.

Praxis für Logopädie und Lerntherapie, Logopädie für Kinder und Erwachsene

Praxis für Logopädie und Lerntherapie Birte Bönneken Hamminkeln

Sie, als Eltern, sind tagtäglich mit Ihrem Kind beschäftigt und beobachten es in unterschiedlichen Lebenssituationen. Vielfach können Sie selbst die sprachlichen Fähigkeiten Ihres Kindes sehr gut beurteilen.

Sollten Sie sich Sorgen über die Sprachentwicklung Ihres Kindes machen, beraten wir Sie gerne. Je früher eine logopädische Therapie beginnt, desto besser. Wir, als Logopäden, können mit Hilfe von gezielten Beobachtungen und Diagnostikverfahren oft bereits bei zweijährigen Kindern zwischen „Spätentwicklern“ und Kindern, bei denen eine behandlungsbedürftige Störung vorliegt, zuverlässig unterscheiden.

Von der Geburt bis zum 6. Monat

Sprachentwicklung:

Das Baby reagiert auf Geräusche, es bewegt seine Augen oder seinen Kopf in die Richtung einer Klangquelle. Es versteht nicht „was“ sondern „wie“ etwas gesagt wird.

Es probiert Zunge, Gaumen und Lippen zusammen mit der Stimme aus. Es lallt und erzeugt Geräusche wie gurren und quietschen.

Hinweise für Eltern:

Sprechen Sie mit Ihrem Kind freundlich und ruhig.

Erzählen Sie ihm, was Sie gerade tun.

Singen, spielen und lachen Sie mit ihm.

Lassen Sie sich beraten, wenn:

Ihr Baby plötzlich verstummt, es keine Reaktion auf Geräusche zeigt, keinen Blickkontakt aufnimmt.

Mit ca. 12 Monaten

Sprachentwicklung:

Das Kind versteht einfache Aufträge (z.B. „Gib mir…“, „Komm her!“). Es reagiert auf seinen Namen. Es versteht Verbote „nein“ und unterbricht kurzfristig sein Vorhaben.

Es formt Doppelsilben und sagt „Mama“ und „Papa“. Es ahmt Tierlaute nach und lässt sich zum „Dialog“ anregen.

Hinweise für Eltern:

„Spielen“ Sie mit Ihrer Stimme: Sprachmelodie erleichtert das Sprachverstehen.

Wecken Sie Freude an der Kommunikation.

Fördern Sie jede Art der Verständigung (lachen, schauen….)

Lassen Sie sich beraten, wenn:

Ihr Kind sich zurückzieht, nur mit Mimik und Gestik kommuniziert, keine ersten Wörter bildet oder keine Lallketten („dada“) verwendet.

Mit ca. 24 Monaten (2 Jahren)

Sprachentwicklung:

Das Kind versteht längere Sätze und Aufforderungen wie z.B. „Hol mir den Ball!“, „Zeig mir den Tisch!“.

Es sagt seinen Namen und den von Bezugspersonen. Es bildet 2-3 Wortsätze. Es benutzt Negationswörter, z.B. „Nicht haben!“, „Nein!“.

Der Wortschatz umfasst 50 – 200 Wörter: Substantive, z.B. Körperteile und Spielsachen, Funktionswörter, wie „da“, „mehr“, „auch“ und erste Verben, wie „aufmachen“.

Hinweise für die Eltern:

Kommentieren Sie die Handlungen Ihres Kindes und Ihre eigenen. Erweitern Sie so seinen Wortschatz.

Wiederholen Sie korrekt, was es sagt, ohne es aufzufordern, dies zu wiederholen (Bsp.: Kind: „Ato da!“ Erwachsener: „Ja, da fährt ein Bus.“

Loben Sie Ihr Kind für das, was es macht.

Lassen Sie sich beraten, wenn:

Der Wortschatz Ihres Kind mit Ausnahme von „Mama“ und „Papa“ nur wenige Wörter umfasst.

Ihr Kind meist unverständlich spricht.

Es keine 2-Wortsätze bildet („Papa da.“, „Will trinken.“).

Sie das Gefühl haben, Ihr Kind versteht Sie nicht.

Mit ca. 36 Monaten (3 Jahren)

Sprachentwicklung:

Ihr Kind versteht einfache Geschichten und Erzählungen. Es kann Zweifachaufträge, wie „Lege die Gabel auf den Teller!“ verstehen und befolgen.

Es spricht die meisten Laute, bis auf Zischlaute und schwierige Konsonantenverbindungen korrekt aus.

Es verwendet Tätigkeitswörter (schlafen, spielen, laufen), Eigenschaftswörter (dick, schön, groß), Artikel (der, die, das), erste Präpositionen (in, unter), Personalpronomen (ich, du, mein) und Grundfarben.

Ihr Kind stellt Fragen: Wer? Was? Wo? Warum? Es bildet Mehrwortsätze und erste Nebensätze mit z.B. „und“ und „weil“.

Hinweise für Eltern:

Hören Sie Ihrem Kind aufmerksam zu, zeigen Sie dies durch ergänzende Fragen oder Kopfnicken.

Unterstützen Sie Ihr Kind seine Gedanken und Gefühle auszudrücken.

Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen.

Lassen Sie sich beraten, wenn:

Ihr Kind für Fremde unverständlich spricht.

Es wenige Tätigkeitswörter, keine Artikel oder Eigenschaftswörter verwendet.

Es noch nicht beginnt die Mehrzahl zu bilden.

Es noch keine einfachen Sätze bildet.

Mit ca. 48 Monaten (4 Jahren)

Sprachentwicklung:

Ihr Kind versteht Mehrfachaufträge, z.B. „Nimm ein gelbes Kissen und lege es auf das Sofa!“.

Es spricht mit 4 Jahren alle Laute korrekt, bis auf s und sch.

Es verwendet weitere Präpositionen, wie „neben“ und „vor“ und benennt Farben korrekt.

Es bildet korrekte Haupt- und auch Nebensätze, z.B. „Ich gehe ins Bett, weil ich müde bin“

Es flektiert Tätigkeitswörter, z.B. „Ich mache…., du machst…“

Es verwendet Vergangenheits- und Zukunftsformen, wie „Ich war heute im Kindergarten.“

Hinweise für die Eltern:

Lesen Sie Ihrem Kind täglich Geschichten vor. Wechseln Sie sich beim Erzählen mit dem Kind ab.

Lassen Sie sich beraten, wenn:

Ihr Kind nicht immer verständlich spricht.

Es Mühe hat vollständige Sätze zu bilden.

Es grammatisch falsche Sätze bildet.

Es nicht einfache Inhalte wiedergeben kann.

Mit ca. 60 Monaten (5 Jahren)

Sprachentwicklung:

Ihr Kind befolgt drei Aufträge in korrekter Reihenfolge, zum Beispiel „Nimm den kleinen Hund und stelle ihn hinter die große Hundehütte!“

Es bildet alle Laute korrekt.

Es verwendet Oberbegriffe, wie Fahrzeuge und Möbel. Benutzt abstrakte Begriffe wie „Glück“.

Ihr Kind verwendet die Mehrzahl richtig, erzählt kleine Geschichten und zeigt nur noch leichte Unsicherheiten bei Frage- oder Passivsätzen.

Hinweise für die Eltern:

Regen Sie Ihr Kind an, von Erlebtem zu berichten.

Stellen Sie Fragen, um Zusammenhänge zu erfassen.

Lassen Sie sich beraten, wenn:

Ihr Kind nicht alle Laute korrekt bildet.

Sie den Inhalt des Erlebten nicht erfassen können, wenn Ihr Kind davon berichtet.

Ihr Kind Schwierigkeiten hat, die richtigen Wörter zu finden.

Es grammatisch falsche Sätze bildet.

Haben Sie noch Fragen?

Wenn Sie nach dem Lesen dieser Informationen weiterhin unsicher sind oder sich Sorgen um die Sprachentwicklung Ihres Kindes machen, zögern Sie bitte nicht, aktiv zu werden.

Der Kinderarzt oder die Kinderärztin ist dabei die erste wichtige Anlaufstelle. Er oder sie kann durch eine eingehende Untersuchung feststellen, ob eine logopädische Abklärung notwendig ist und Ihnen gegebenenfalls eine Heilmittelverordnung ausstellen.

Je früher wir mit einer gezielten logopädischen Förderung beginnen, desto besser können wir Ihr Kind unterstützen!

Altersgerechte Sprachentwicklung bei Kindern, Logopädie und Lerntherapie